Milestones

6 WEGWEISENDE BORGWARD-INNOVATIONEN

  • 1924
    Borgward Blitzkarren

    Borgward Blitzkarren

    Es war ein selbstbewusstes und ambitioniertes Vorhaben – gerade mal ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkriegs. Aber eine Zulieferfirma für die Automobilindustrie zu übernehmen, sollte für Carl F. W. Borgward trotzdem nur ein Zwischenschritt sein. Der 29-jährige Ingenieur verfolgte ein Ziel: Er wollte selbst irgendwann Fahrzeuge konstruieren und bauen.

    Sein legendärer Blitzkarren markierte 1924 den Anfang. Er erfüllte perfekt das Bedürfnis nach preiswerten Transportmöglichkeiten in den aufstrebenden Städten und bereitete den Weg für seine Nachfolgemodelle, die bis zum Ende des Jahrzehnts einen Anteil von 25 Prozent des leichten Nutzfahrzeugmarktes erringen sollten. Borgwards Partner Wilhelm Tecklenborg verkaufte den Blitzkarren an die Deutsche Reichspost, die das einfache Fahrzeug für die Briefkastenleerung nutzte. Als der Name für einen Nachfolger gesucht wurde, sprachen sich viele für „Lilliput“ aus. Aber Carl F. W. Borgward dachte größer: Goliath prangte fortan auf den Transportdreirädern. Sie wurden zum unverzichtbaren Transportvehikel für eine ganze Generation von Gemüsehändlern, Bäckern, Landwirten und Kleingewerbetreibenden.

  • 1949
    Borgward Hansa 1500

    BORGWARD Hansa 1500

    Carl F. W. Borgward hätte es sich einfach machen und den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg – wie alle anderen deutschen Hersteller – mit Vorkriegsfahrzeugen starten können. Aber der rastlose und visionäre Autobauer blickte Ende der Vierzigerjahre schon weit über den Tellerrand hinaus.

    Ponton-Karosserien waren populär in den USA. Warum also dieses Konzept nicht nach Europa importieren? So begann bei BORGWARD die Nachkriegszeit mit einem völlig neu konstruierten Fahrzeug, das Standards setzte, denen alle anderen Hersteller in den kommenden Jahren folgen sollten. Der Hansa 1500, der im Frühling 1949 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt wurde, war das erste europäische Fahrzeug, das über eine Ponton-Karosserie mit integrierten Kotflügeln verfügte. Und damit mehr Raum bei gleichen Abmessungen bot. Damit avancierte der Hansa 1500 zum Meilenstein in der Geschichte des Automobildesigns.

  • 1952
    Goliath GP 700E

    Goliath GP 700E

    Carl F. W. Borgward war ein Pionier. Technologien oder Produkte als Erster auf den Markt zu bringen, zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Firmenhistorie. Sein Elan, mit großer Kreativität ständig neue Möglichkeiten zu entwickeln, war kaum zu bremsen.

    1952 wurde im Goliath GP 700E eine Technologie vorgestellt, die erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts ihren Weg in die Massenproduktion finden sollte. Aber schon 50 Jahre früher war Carl F. W. Borgward von den Möglichkeiten der Benzin-Direkteinspritzung begeistert. Vor allem bei den damals weit verbreiteten Zweitakt-Motoren ließ sich mit dieser Technologie der Benzinverbrauch dramatisch reduzieren – ebenso wie die Abgase. Als ersten Serien-Pkw mit Benzin-Direkteinspritzung verbrauchte der Goliath GP 700E 30 Prozent weniger Treibstoff als sein Pendant mit konventionellem Vergaser. Auch über eine Schubabschaltung verfügte die Einspritzung des 29 PS leistenden 700 cm3-Motors. 1952 war die Benzin-Direkteinspritzung eine Sensation und markierte einen echten Meilenstein in der Automobilgeschichte.

  • 1953
    BORGWARD Hansa 2400

    BORGWARD Hansa 2400

    Für viele Autofahrer ist Schalten und Kuppeln, zwangsläufig mit einer manuellen Gangschaltung verbunden, nicht mit den Ansprüchen der Luxusklasse vereinbar. Heute mag dies kaum jemand infrage stellen – aber in den frühen 1950er-Jahren gab es nicht einen einzigen Oberklassewagen europäischer Hersteller mit Automatikgetriebe.

    Dem BORGWARD Hansa 2400 wurde 1953 die Ehre zuteil, als erster europäischer Luxuswagen ein optionales Automatikgetriebe anbieten zu können. Das innovative Dreiganggetriebe mit Drehmomentwandler war eine komplette Eigenentwicklung – und eine Pionierleistung ersten Grades.

  • 1954
    BORGWARD Isabella

    BORGWARD Isabella

    Wie kein anderes Modell repräsentiert die legendäre Isabella die Marke BORGWARD und ihre Werte. Sie vereint die typisch deutsche Leidenschaft für Präzision mit ästhetischem und funktionalem Design. Vor 60 Jahren hatten Familienautos vor allem Platz für fünf Personen und einen großen Kofferraum zu bieten. Ansonsten herrschte blanke Nüchternheit – mehr nicht.

    Aber für Carl F. W. Borgward war das nicht genug. Warum sollte ein Familienauto nicht auch Fahrspaß bieten? Mit der Isabella erfand Borgward ein neues Segment. Sie kombinierte Eigenschaften, die es so nur in Luxusfahrzeugen gab: viel Platz, sportliche Fahrleistungen, ein aufregendes Design und große Zuverlässigkeit. Mit einer Leistung von 60 PS war die Isabella 1954 um gut 50 Prozent stärker als ihre direkten Wettbewerber. Als erste Sportlimousine für Familien bot sie hervorragende Fahrleistungen, setzte neue Standards und begründete einen automobilen Trend, der bis heute anhält. Ihre noch sportlichere Schwester, die Isabella TS von 1955, leistete sogar 75 PS und bot erstklassige Fahrleistungen ohne Kompromisse bei Zuverlässigkeit oder Alltagstauglichkeit. Die Haltbarkeit des robusten 1,5-Liter-Motors hat noch heute einen legendären Ruf.

    Die Isabella-Familie war das Ergebnis innovativer Ingenieursleistung und der Offenheit, Dinge anders zu tun. Warum nicht auch ein Isabella Coupé anbieten, das noch mehr Fahrvergnügen bietet? Oder ein Cabriolet? Und kann ein Kombi nicht auch von der Vielseitigkeit der Isabella-Konstruktion profitieren? Die verschiedenen Isabella-Modelle sind ein Beispiel für die Ausbaufähigkeit einer guten Idee und Borgwards ständiges Streben, eingefahrene Grenzen und Kompromisse zu überwinden. Sie sind ein Beleg für Vielfalt.

    Die Isabella leistete als Traumwagen der Wirtschaftswunderzeit einen entscheidenden Beitrag, den hervorragenden Ruf der BORGWARD-Fahrzeuge weltweit zu etablieren. Carl F. W. Borgwards untrügliches Gespür für Marktnischen hatte den größten kommerziellen Erfolg der BORGWARD-Geschichte beschert: Mehr als 200.000 Isabellas wurden bis 1961 gebaut.

  • 1959
    BORGWARD P 100

    Borgward P 100

    Carl F. W. Borgward war ein Macher. Zögerlichkeit war ihm fremd. Dieser Charakterzug bestimmte seine gesamte unternehmerische Laufbahn – von 1919 bis 1961. Der Stolz auf die eigene Leistung und die seiner Mannschaft war ebenfalls ein wesentliches Merkmal. Er war die Basis für den drittgrößten Automobilkonzern der späten Fünfzigerjahre, mit neuen Lösungen immer wieder neue Wege zu gehen.

    Einfache Standardtechnologie anzubieten, war dagegen nicht die Sache von Carl F. W. Borgward. Schon gar nicht, als die Entscheidung fiel, 1959 in der Oberklasse mit einem neuen Fahrzeug anzugreifen. Die neue Limousine mit dem 100 PS leistenden Sechszylindermotor sollte ihre Käufer nicht zu einer Entscheidung zwischen Fahrsicherheit und Komfort zwingen. Der BORGWARD P 100 sollte beides liefern.

    Auch 55 Jahre nach seinem Erscheinen verblüffen die technischen Spezifikationen des BORGWARD P 100. Er war das erste europäische Fahrzeug, das eine Luftfederung mit automatischem Niveauausgleich besaß. Die Bodenfreiheit blieb stets konstant, unabhängig von Beladungszustand oder Fahrbedingungen. So vereinte der P 100 exzellenten Federungskomfort mit hoher Fahrsicherheit. Die fortschrittliche und robuste Konstruktion fasziniert in ihrer Wirkung noch heute.

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