Story

6 WEGWEISENDE BORGWARD-INNOVATIONEN

1924

Borgward Blitzkarren
Es war ein selbstbewusstes und ambitioniertes Vorhaben – gerade mal ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkriegs. Aber eine Zulieferfirma für die Automobilindustrie zu übernehmen, sollte für Carl F. W. Borgward trotzdem nur ein Zwischenschritt sein. Der 29-jährige Ingenieur verfolgte ein Ziel: Er wollte selbst irgendwann Fahrzeuge konstruieren und bauen.

1949

Borgward Hansa 1500
Carl F. W. Borgward hätte es sich einfach machen und den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg – wie alle anderen deutschen Hersteller – mit Vorkriegsfahrzeugen starten können. Aber der rastlose und visionäre Autobauer blickte Ende der Vierzigerjahre schon weit über den Tellerrand hinaus.

DIE FAHRZEUGE DER RUHMREICHEN VERGANGENHEIT

BORGWARD IM WANDEL DER ZEIT

  • 1919

    Carl F. W. Borgward (*10. November 1890 in Hamburg-Altona) wird Teilhaber und Geschäftsführer der „Bremer Reifen-Industrie GmbH“. Produktion von Kühlern und Kotflügeln für die Automobilindustrie.

  • 1921

    Borgward wird alleiniger Gesellschafter der Firma; Umbenennung in „Bremer Kühlerfabrik Borgward & Co“.

  • 1924

    Borgwards erstes selbst konstruiertes Fahrzeug: Der „Blitzkarren“ mit bis zu 250 kg Nutzlast ist klein, wendig und günstig. Er trifft den Nerv von Handwerkern und kleinen Gewerbetreibenden. Die Reichspost nutzt das Fahrzeug, um damit die Bremer Briefkästen zu leeren.

  • 1925

    Einstieg des Kaufmanns Wilhelm Tecklenborg ins Unternehmen. Verlegung der Fabrikation in größere Räumlichkeiten in der Bremer Industriestraße.

  • 1926

    Der „Goliath“-Dreiradwagen erscheint als technisch verbesserter Nachfolger des „Blitzkarren“ mit verdoppelter Nutzlast.

  • 1928

    Weitere Expansion: Erwerb der Gebäude eines ehemaligen Karosseriewerks und Umzug in die direkte Nachbarschaft der Hansa-Lloyd-Werke; Umfirmierung in „Goliath-Werke Borgward & Co.“

  • 1929

    Erwerb der Aktienmehrheit der Hansa-Lloyd-Werke durch Borgward und Tecklenborg; beide werden Mitglieder des Vorstands.

  • 1931

    Borgward und Tecklenborg werden alleinige Eigentümer der Hansa-Lloyd-Werke. Verschmelzung mit der „Goliath-Werke Borgward & Co.“ zur „Hansa-Lloyd und Goliath-Werke Borgward & Tecklenborg oHG“. Der dreirädrige „Goliath Pionier“ ist der meistproduzierte Pkw in Deutschland 1931/32.

  • 1934

    Produktionsstart der Pkw Hansa 1100 und Hansa 1700. Motoren und Karosserien kommen erstmals aus eigenem Werk.

  • 1936

    Erwerb eines 200.000 qm großen Grundstücks in Bremen-Sebaldsbrück zum Bau eines neuen Werks.

  • 1937

    Auflösung der AG und Abfindung des bisherigen Miteigentümers Tecklenborg; Borgward wird Alleineigentümer des nun in „Hansa-Lloyd-Goliath Werke Carl F. W. Borgward“ umbenannten Unternehmens.

  • 1938

    Umfirmierung in „Carl F.W. Borgward Bremen Automobil- und Motorenwerke“. 23. September: Eröffnung des neuen Werks in Bremen-Sebaldsbrück, der modernsten Automobilfabrik ihrer Zeit. Start der Serienproduktion des Hansa 2000.

  • 1939

    BORGWARD zählt zu den führenden deutschen Fahrzeugherstellern; die „Hansa“-Modelle erhalten den Namen „BORGWARD“. Ab Sommer ist der BORGWARD 2000/2300 der einzige Pkw, der bei BORGWARD produziert wird.

  • 1944

    12. Oktober: Weitgehende Zerstörung der Werke in Sebaldsbrück und Hastedt durch alliierte Luftangriffe.

  • 1945

    Wiederaufnahme der Produktion von Lkw (B 3000) und Ersatzteilen in Sebaldsbrück.

  • 1948

    Bis zum Tag der Währungsreform am 20. Juni 1948 werden 2.700 Lkw gebaut. Carl F.W. Borgward – aus amerikanischer Internierung entlassen – übernimmt im Sommer wieder die Leitung der Werke.

  • 1949

    Aufteilung des Unternehmens in drei Einzelunternehmen, u. a. wegen rationierter Rohstoffzuteilung; Verkauf der Fahrzeuge unter den Markennamen „Lloyd“, „Goliath“ und „BORGWARD“. Vorstellung des BORGWARD Hansa 1500 auf dem Genfer Auto-Salon – die erste deutsche Pkw-Nachkriegskonstruktion.

  • 1950

    Start des Lloyd LP 300 („Leukoplastbomber“) – ein Kleinwagen für jedermann und für viele das einzig erschwingliche Fahrzeug. Produktionsbeginn des Goliath GP 700. Einstieg in den internationalen Motorsport, Rekordfahrten in Montlhéry mit 12 Rekorden in der Klasse F bis 1,5 Liter Hubraum, u. a. 172 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit über 1.000 Meilen.

  • 1952

    Vorstoß in die Oberklasse: BORGWARD Hansa 2400 mit Schrägheck auf der IAA in Frankfurt.

  • 1953

    Start von zwei Renncoupés mit Aluminiumkarosserie bei den 24 Stunden von Le Mans und Teilnahme an der Rallye Carrera Panamericana.

  • 1954

    10. Juni: Start der BORGWARD Isabella. Der Traumwagen der Wirtschaftswunderzeit findet reißenden Absatz, allein im ersten Jahr werden bereits 10.000 Exemplare produziert.

  • 1956

    Vorstellung Isabella Coupé mit TS-Motor (1,5 Liter Hubraum, 75 PS). Start der Entwicklung des dreisitzigen Hubschraubers Focke-Borgward BFK-1

  • 1958

    April: Produktion der 100.000sten Isabella.

  • 1959

    August: Vorstellung und Serienstart der neu entwickelten Lloyd Arabella. Erneuter Antritt in der Oberklasse: Vorstellung des P 100 auf der IAA in Frankfurt – erstes deutsches Auto mit Luftfederung („Airswing“). Rekordjahr: Der Umsatz steigt auf 632 Mio Mark bei einer Produktion von über 104.000 Fahrzeugen, der Exportanteil über alle Baureihen wächst auf 63,5 Prozent.

  • 1960

    Start der Serienproduktion des P 100. Die BORGWARD-Gruppe hat in der BRD einen Marktanteil von 9 % – Rang 3 in der Zulassungsstatistik nach VW und Opel. Erste Liquiditätsprobleme aufgrund von Verlusten bei Lloyd und Goliath.

  • 1961

    Carl F.W. Borgward scheidet auf Druck des Bremer Senats aus dem Unternehmen aus. Gründung der BORGWARD-Werke AG unter Führung des Senats. Sommer: Konkurs der BORGWARD-Werke AG. Bis zum Ende des Konkursverfahrens erhalten alle Gläubiger und Mitarbeiter ihr Geld.

  • 1962

    Einige ehemalige BORGWARD-Mitarbeiter stellen die letzten 23 Isabella fertig, die noch unvollendet auf den Bändern im Werk stehen. Das letzte Fahrzeug wird Anfang 1962 an eine Kundin ausgeliefert.

  • 2015

    Nach über 50 Jahren tritt BORGWARD wieder in den Kreis der Automobilhersteller. Die Marke präsentiert sich – erstmals seit 1960 – auf dem Genfer Automobilsalon.

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