Allah auf der Kanzel
von Katharina Hartmann


Ab und zu kriegen mein Mann und ich Lust, in die Kirche zu gehen.

Aus topographisch-praktischen Gründen wählten wir eines Sonntags unsere Kiezkirche im Berliner Nordosten.

Dort angekommen, wären wir am liebsten gleich wieder umgedreht: Angekündigt war ein Themengottesdienst in Zusammenarbeit mit Amnesty International: “Verfolgt um ihres Glauben willen”. Sprich, es würde wenig um Jesus und viel um Politik gehen. Ich habe nichts gegen Politik, nicht mal gegen evangelische. Aber dafür gehe ich nicht in die Kirche. Wenn ich Politik will, kann ich zu Hause bleiben und die Sonntagszeitung lesen - da sitzt man bequemer, und der Wein ist auch besser. In der Kirche will ich Jesus.

Nun hat Politik in der Kirche im Osten Deutschlands eine besondere - und verdiente - Tradition aus jener Zeit, als “Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist” noch leichter gesagt als getan war. Und speziell diese Kirche zählte in der DDR zu den Zentren des christlichen Widerstands. Wer wären wir als zugereiste Wessis, da zu meckern? Also blieben wir und warteten ab.

Es wurde dann alles ganz typisch evangelisch-scheußlich, genauso freudlos, angestrengt und unfestlich wie in Bielefeld-Brackwede. Zumindest in Sachen Scheußlichkeit ist offenbar längst zusammengewachsen, was zusammengehört. Die Liturgie war “niedrigschwellig” angesetzt; auf Rituale wurde weitgehend verzichtet, gesungen wurde zur Klampfe, statt Glaubensbekenntnis gab es irgendwas von Ernesto Cardinal. Die Amnesty-Gruppe hatte sich ein Happening-Gebet ausgedacht: Einer nach dem anderen ging nach vorne, legte einen Gegenstand (einen Stein, ein Messer, ein Stück Stacheldraht) auf den Altar und erklärte dann feierlich, inwiefern der die Schlimmigkeit von Krieg und Gewalt symbolisierte. Schließlich trat ein fusselbärtiger Mann in einem selbstgestrickten Pullover mit psychedelischem Muster vor, der schon im Ostberlin von 1989 nicht schick gewesen sein konnte. Mein Mann beugte sich zu mir und flüsterte: “Legt der jetzt seinen Pulli auf den Altar?”. Ab diesem Zeitpunkt war es mit meinem spirituellen Erleben leider vorbei.

Als besonderer Programmpunkt war das Referat eines Gastes aus der “Nachbargemeinde” angekündigt. Überrascht erfuhren wir, dass es sich dabei nicht etwa um “Gethsemane” oder “Hoffnung” handelte, sondern um die Heinersdorfer Achmadiyya-Muslime. Die waren in jüngerer Zeit vor allem mit ihrem umstrittenen Moscheebau in Erscheinung getreten sowie mit originellen theologischen Einsichten - etwa, dass man von Schweinefleisch schwul wird (eine Weisheit, die den ziemlich heterosexuellen Heinersdorfer Soljankafans nicht wirklich einleuchtete).

Weniger bekannt ist, dass die Achmadis deshalb ausgerechnet in Heinersdorf ihre Halal-Hammel schächten müssen, weil sie verfolgt werden. Um ihres Glaubens willen, jawohl. Denn die Pakistaner wollen sie nicht als Muslime anerkennen. Nun ist natürlich klar wie Weihwasser, dass es für eine Religionsgemeinschaft katastrophal ist, nicht als Muslime anerkannt zu werden - da könnte man sie ja glatt mit Juden, Christen oder ähnlichem Gesocks verwechseln. Und zumal es weit und breit keine verfolgten Christen gibt (bei den Kopten ging vermutlich mal wieder keiner ans Telefon), war man dankbar, dass der muslimische Nachbar die Aufklärung übernahm.

Der Gast, angetan mit einer überdimensionierten Samtmütze, trat nach vorne und positionierte sich auf der Kanzel - die normalerweise dem predigenden Geistlichen vorbehalten ist und nicht einmal von Gemeindemitgliedern zur Lesung betreten wird. Er setzte eine wichtige Miene auf und begann: “Im Namen Allahs des Barmherzigen...”. Vereinbart war ein fünf- bis zehnminütiger Beitrag gewesen - der Mann holte aber kräftig aus und schaffte es auf eine gute halbe Stunde, womit er sogar die durchschnittliche evangelische Predigt weit in den Schatten stellte. Fragen Sie mich nach irgendeinem Detail zur Verfolgung der Achmadis - ich bin jetzt Expertin.

Im Anschluss an den Gottesdienst stellte sich die Gemeinde brav an den im Kircheneingang aufgebauten Amnesty-Tischen an, um ihre Ablass-, pardon: Protestbriefe abzuholen. Mein Mann und ich schleppten uns in die nächste Kneipe, wo wir an der Bar kollabierten.

Nun könnte man das Verhalten dieses Mannes respektlos nennen. Wieso darf der auf die Kanzel und von da aus Allah anrufen? Kann man im Vorfeld nicht mal ein paar “Ground Rules” klären, zum Beispiel, dass man in der Kirche seine Kopfbedeckung abnimmt - wo doch jeder deutsche Djerba-Tourist in einer Moschee seine Schuhe auszuziehen weiß? Schämen wir uns so sehr für unsere Rituale, dass wir sie vor Gästen verstecken? Und warum ziehen Leute, deren Eltern noch “Sonntagsstaat” kannten, zum Kirchgang ihre ollsten Klammotten an?

Gibt es eigentlich, könnte man sich fragen, in der Multi-Kulti-Gesellschaft überhaupt noch sowas wie christliches Selbstbewusstsein? Warum tragen diese Protestanten, wenn sie sich selbst so doof finden, nicht einfach ein Cilicium und peitschen sich allabendlich aus (schwerzhafter als Klampfenlieder kann das eh nicht sein)? Oder - noch besser - treten gleich zum Islam über? Die Moschee wäre ja praktischerweise bereits vorhanden.

Ich aber sage Euch: Schluss mit dem kulturpessimistisches Gejammer! Ich finde das alles ganz famos. Das ist doch interreligiöser Dialog, Austausch, wechselseitiges Lernen. Und deshalb freue ich mich schon auf die Gegeneinladung. Sicher werden die Achmadis demnächst eine Amnesty-Freitagspredigt “Verfolgt um ihres Glaubens willen” veranstalten und unsere Pastorin als Ehrengast zum Referat bitten - beispielsweise über die Lage der Christen im Irak, in Indonesien oder Pakistan. Ihre roten Haare werden frisch gestylt im Licht des Halbmonds leuchten, während sie in brandneuen Bequemschuhen über die Gebetsteppiche schreitet. Natürlich trägt sie Talar und Kreuzkette. Ihren Vortrag wird sie mit “Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen” beginnen. Und anschließend läd sie alle Anwesenden auf eine Currywurst ein.

Aus lauter Begeisterung fürs Christentum werden die Achmadis diese Veranstaltung sogar auf den Festtag eines Heiligen legen. Wie hieß er noch gleich? Ach ja: Sankt Nimmerlein.

(Gastautor)

Abdruck mit freundlicher genehmigung von Katharina Hartmann


http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/allah_auf_der_kanzel/

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Die Wahrheit über die Kreuzzüge - Robert Spencer über die Folgen der verbreiteten historischen Irrtümer.

 

Washington D.C. (www.kath.net/ Zenit )


Zitat "Es könnte sein, dass „die Kreuzzüge der Vergangenheit heute mehr Verwüstung anrichten, als sie es in den drei Jahrhunderten, als die meisten von ihnen geführt wurden, getan haben“. Das ist die These eines Mannes, der sich in der Geschichte der Kreuzzüge auskennt.

Robert Spencer ist Autor des Buches „Politically Incorrect Guide to Islam (and the Crusades)“ („Politisch nicht-korrekter Führer zum Islam [und zu den Kreuzzügen]“). Darin betont Spencer, dass es bei jenem Kreuzzug, der gegenwärtig geführt werde, nicht um den Verlust von Menschenleben noch um die Verwüstung von materiellem Eigentum handle, sondern um eine viel subtilere Form der Zerstörung.

Im Gespräch mit ZENIT erklärte der Fachmann, warum irrige Vorstellungen über die Kreuzzüge von Extremisten dafür genutzt werden, Feindseligkeit gegen die westliche Welt zu schüren.

Die Kreuzzüge werden oft als ein militärischer Angriffsschlag dargestellt. Waren sie das?

Spencer: Nein. Papst Urban II., der auf dem Konzil von Clermont im Jahr 1095 zum ersten Kreuzzug aufrief, hat dies aus Gründen einer längst fälligen Verteidigung getan." Zitat Ende

 

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Gastbeitrag von Herbert Nowitzki

28.03.2010

KIRCHEN und „PALÄSTINENSISCHE THEOLOGIE“ im NAHOSTKONFLIKT

 

eine Antwort auf Munib Younan , „ Bischof “ der ELCJ , der Israels Überlebenskampf mit dem Kampf gegen die Apartheid im Südlichen Afrika vergleicht! Er fordert dazu auf, dass sich die Kirchen heute an die Seiten der „Christen im Nahen Osten“ (er meint: in Israel) stellen sollten, die (an der Seite der „Palästinenser“!) „für Frieden und Gerechtigkeit kämpften“ – eine Nachricht von „idea-Spektrum“ vom 18.7.2009.

Es ist schon merkwürdig, dass ein arabischer lutherischer Bischof für nur knapp 2.200 Kirchenmitglieder zuständig ist, die noch dazu über viele Orte in zwei Staaten und an Zahl seit Jahren stagnierend, verstreut sind. Tatsächlich wird dieses „Bistum“ vor allem von der EKD finanziell am Leben erhalten .

 

Merkwürdig ist auch, dass Younan ein Bischof für Jordanien und das „Heilige Land“ ist, obwohl doch dieses heilige Land den Namen Israel hat. Soll das verdeutlichen, dass die evangelische Kirche, wie auch die katholische, Israel als Staat nicht anerkennt? Diesen Eindruck musste man erneut beim Besuch von Benedikt XVI. haben, der das Wort „Israel“ nicht über die Lippen brachte.

 

Merkwürdig waren auch die Wortwahl und der Vergleich, mit denen Munib Younan die Mitglieder der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) zu „stehenden Ovationen“ veranlasste!

 

Younan sieht sich als „ Palästinenser “, also Teil des arabischen Volkes, das ab etwa 1964, dem Gründungsjahr der PLO, zu einem „Volk“ gemacht wurde. Dabei unterscheiden sich die „Palästinenser“ gemäß Völkerrecht - im Gegensatz etwa zu den Kurden - weder in Sprache noch in Kultur und Religion von den übrigen Arabern. Es hat auch zu keiner Zeit einen Staat „Palästina“ mit einer Hauptstadt – schon gar nicht mit Jerusalem , das heute als Hauptstadt beansprucht wird – gegeben . Trotzdem wird eine Teilung Israels (etwa so groß wie das Bundesland Hessen) und seiner Hauptstadt Jerusalem sowohl von der Weltöffentlichkeit als auch von den meisten Kirchenleitern gefordert. Ist das Unglück der deutschen Teilung schon vergessen?

 

Dieser Versuch der Enterbung Israels von seinem biblischen Territorium Judäa , Samaria und Galiläa mit dem Golan, in der Bibel – sowohl im AT als auch im NT - häufig als „ Gottes Eigentum “ bezeichnet, wird auch als eine Folge der Enterbungs- oder Ersatzlehre der Kirche seit dem 4. Jahrhundert gesehen. Seit dieser Zeit nämlich beansprucht die Kirche, das von Gott gewollte„neue Israel“ zu sein. Die Segnungen, die Gott Seinem Volk Israel auch in Zukunft durch die Propheten verheißen hat, beansprucht nun die Kirche, während der Fluch für den Ungehorsam allein auf Israel lasten soll. Dabei wurde Israel für seinen Ungehorsam, wie angekündigt, siebenmal mehr von Gott bestraft (Lev 26,28) – und die Kirche?

 

Bereits in der Frühzeit der Kirche behaupteten Prediger, die Juden seien von Gott verflucht, von Ihm verlassen und seien Söhne des Teufels. So behauptete im 2. Jahrhundert Marcian , dass der „Gott des AT“ ein anderer sei als der „Gott der Christen“. Deshalb sei das AT als Schrift aufzugeben.

 

Johann Chrysostomos , Patriarch von Konstantinopel (344-407), konstatierte: „Juden sind die unwürdigsten Menschen – sie sind wollüstig, gefräßig, habgierig … sie beteten den Teufel an. Es ist die Pflicht aller Christen, die Juden zu hassen.“ Synagogen bezeichnete er als „Synagogen Satans“. Im Mittelalter geschah es dann immer häufiger, dass Juden aller möglichen Untaten bezichtigt wurden. Ihre Kleidung wurde besonders gekennzeichnet, sie mussten in Ghettos wohnen, wurden beraubt, vertrieben und oft genug getötet, obwohl sie seit der Römerzeit u.a. in Deutschland sesshaft wurden und zum Wohlstand der Städte beitrugen.

 

Im katholischen Spanien war die Kirche für die Inquisition verantwortlich und schließlich wurden ab 1492 alle Juden aus Spanien ausgewiesen. Ein Verlust, unter dem das Land bis heute leidet.

 

Auch Martin Luther wandte sich in heftigen Worten gegen die Juden, nachdem er zuvor vergeblich versucht hatte, die „Dazugehörigen“, die „Blutsverwandten“ für den christlichen Glauben zu gewinnen - so in seiner Schrift „Dass Jesus ein geborener Jude sei“(1523). Sein anfängliches Wohlwollen schlug um in blinden Hass, der sich in seiner Altersschrift „Von den Juden und ihren Lügen“ (1543) niederschlug. Er sah die Juden als verstockte und unter dem Zorn Gottes stehende Feinde Christi. Luther forderte auch Taten gegen die Juden und verlangte, ihre Synagogen niederzubrennen, ihre Bücher zu vernichten und ihre Häuser zu verwüsten. Er hatte sicher aus religiösem Zorn geschrieben, der aber war dann mit ein Grund dafür, dass in der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte die Nationalsozialisten sich auf seine Worte berufen konnten und seine ungheuerlichen Forderungen zur Tat werden ließen bis hin zur Shoa , dem Versuch, das jüdische Volk auszurotten. Die eigentlichen Gründe nannte schon Asaf im 83. Psalm . Es waren nicht viele Christen, die sich dem entgegenstellten – und die Kirchen schwiegen in ihrer großen Mehrheit. Und heute, wo es erneut um Israel geht?

 

Zwei Bilder sind noch nicht vergessen. 1995 küsste der PLO-Chef Arafat , der doch Israel vernichten wollte, während der Weihnachtsmesse in der Geburtskirche in Bethlehem den Vertreter des Papstes in Jerusalem, den lateinischen Patriarchen, den Araber Michel Sabbah . Davon zutiefst gerührt, versprach der Patriarch dem Terroristen die Schlüsselgewalt zur Grabeskirche , der heiligsten Stätte der Christenheit. Fünf Jahre später handelte dann Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch im „Heiligen Land“ mit der PLO aus, dass der zukünftige Status von Jerusalem – also Teilung der „Stadt des großen Königs“ – von der katholischen Kirche anerkannt werde , wenn die PLO nach der erhofften Übernahme des Ostteils ihrerseits die katholischen Rechte nicht einschränken würde . Dabei ist doch Jerusalem mit dem Zion die heiligste Stätte des jüdischen Volkes und Gottes Eigentum!

 

Zu denken ist aber auch an die häufigen Verurteilungen Israels durch den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK)sowie durch den Lutherischen Weltbund (LWB) bis hin zum Boykottaufruf für israelische Waren. Diese Verurteilungen stehen an Zahl den ständigen Resolutionen der UNO gegen Israel kaum nach.

 

Verdrängt die Christenheit oder lehnt sie es bewusst ab, dass Gott einen ewigen Bund mit Israel geschlossen hat, dass allein Israel von Gott ein ewiger Bestand zugesichert ist (Jer 33,31), dass Israel (=Ölbaum) die Wurzel ist, auf der der neue Bund Gottes auch mit den Nationen (=eingepfropfte Zweige – siehe Röm 11,17ff) gründet, dass Jesus ein Jude war, dass die Apostel Juden waren, dass die ersten „christlichen“ Gemeinden ausschließlich aus Juden bestand, dass auch der Apostel Paulus , der das Evangelium auf Weisung des HErrn den Nationen/Heiden brachte, Jude und Pharisäer war? Der Herr Jesus selbst sagt: „Das Heil kommt von den Juden!“ (Joh 4,22) – wie kann sich die Kirche dem entziehen?

 

Trotz seiner scheinbar gemäßigten und friedfertigen Worte folgt Younan als Araber ganz der „ Palästinensischen Theologie “, die von den meisten der wenigen verbliebenen arabischen Christen ebenso verinnerlich ist. Sie bedeutet, dass Jesus ein „Palästinenser“ war, dass die „ Palästinenser “ die Erben des verheißenen Landes Israel seien, dass das so genannte AT keine Gültigkeit mehr habe (eine durchaus anzutreffende Ansicht auch bei Kirchenleitern), dass das Volk Israel aller göttlichen Verheißungen verlustig gegangen sei. Hier fließt natürlich spürbar das Gedankengut ein, das sich in 2000 Jahren Kirchengeschichte entwickelt hat und das sich auch immer wieder in Äußerungen von Kirchenleitern, ob katholisch oder evangelisch, sowie des ÖRK und des LWB widerspiegelt. So stellte der jetzige Direktor des Missionswerkes der Bayerischen Kirche in Neuendettelsau, Hermann Vorländer , schon 1979 fest: „Es kann auf die Dauer keinen Staat in Palästina geben, der nur die religiösen Ansprüche einer Religion verwirklicht. Der zionistische Staat (!) muß, wenn er überleben will, sich allmählich dezionisieren und entkonfessionalisieren .“ (in R. Pfisterer: „Israel oder Palästina?“). Es verwundert nicht, wenn sich Vorländer besonders stark, aber erfolglos, um einen „Dialog“ mit dem Islam bemüht.

 

Als der Terrorist Arafat 1982 vom Papst in Rom empfangen wurde, sprach er von dem „Palästinenser Jesus“, den er dann ein Jahr später auf einer Pressekonferenz (2.9.1983) ebenso unwidersprochen in die PLO einverleibte: „Jesus war ein Araber und ein Palästinenser, er war der erste Fedajin, der das Schwert trug … Wir (!) standen unter römischer Besatzung. Wir(!) haben einen palästinensischen Fischer nach Rom entsandt, der Petrus hieß. Er hat nicht nur Rom, sondern die Herzen von Rom besetzt.“ Noch 1991 wiederholte Arafat diese Behauptung: „Vergessen Sie nicht, dass Christus ein Palästinenser war, dass der heilige Petrus ein Palästinenser war!“ (in: R. Pfisterer: „Israel oder Palästina?“, S. 192)

 

Zur „Palästinensischen Theologie“ gehört, wie oben schon angedeutet, dass ein Vorgänger Younans, „Bischof“ Nasser , die Verbindlichkeit der ganzen Bibel ablehnt und damit auch ein „verheißenes Land“ für Israel sowie den „Bund Gottes“ mit seinem Volk. Er fragte: „Ist der Gott, den wir als Jesus Christus unseren Herrn kennen, der gleiche Gott wie der Gott der Hebräer im Alten Testament? … Ich bin ja auch nicht damit einig, dass der Bund Gottes mit den Juden noch andauert …“ (a.a.O. S.194).

 

Der ebenfalls von der „Palästinensischen Theologie“ beseelte lutherische „Pfarrer“ Mitri Raheb in Bethlehem, in Deutschland ausgebildet, vertritt ebenfalls ganz die Interessen der „Palästinenser“ und steht der PLO nahe.

 

Als im Jahr 2002 etwa 200 schwer bewaffnete militante Araber wochenlang die Geburtskirche in Bethlehem , die zweitheiligste Stätte der Christenheit, besetzten , Mönche als Geiseln nahmen, das Innere der Kirche verwüsteten und mit Kot und Urin beschmutzten , erhoben weder Mitri Raheb noch der lateinische Patriarch Michel Sabah noch die Kirchen Einspruch. Auch kein Einspruch, als die Araber die grüne Fahne des Propheten mit dem islamischen Glaubensbekenntnis auf dem Dach dieses ältesten christlichen Gotteshauses (nach der Grabeskirche) hissten . Stattdessen behauptete Mitrib, dass die israelische Armee, die die Geburtskirche abgeriegelt hatte, angeblich (auch) auf die evangelische Weihnachtskirche geschossen hätte. Diese offenkundigen Lügen wurden später auch von den Bischöfen Friedrich und Knuth verbreitet. Sie forderten zudem nicht etwa die Aufgabe der Besetzung der Geburtskirche, sondern den Abzug der israelischen Armee!

 

Als die islamischen Terroristen schließlich aufgaben, wurden 17 dieser Schwerverbrecher gefangen genommen und den Behörden der EU überstellt. Sie wurden aber nur für kurze Zeit inhaftiert und tauchten später unter.

 

Israel hielt sich auch in dieser für die Christenheit sensiblen Angelegenheit zurück. Erst als alle Terroristen das entweihte Gotteshaus verlassen hatten, drangen israelische Spezialisten in das Gebäude ein und entschärften unter Lebensgefahr 40 hinterhältig angebrachte Sprengstofffallen . Als am 12.5.2002 die Geburtskirche wieder geweiht wurde, gab es keinen Dank an die israelische Armee und auch keine Worte der Korrektur und des Bedauerns der oben genannten „evangelischen“ Kirchenleute, die den Lügen des Mitri Raheb aufgesessen waren. Das wäre gegen die Politik der Kirchen gewesen!

 

Diese gewaltsame Besetzung einer wichtigen Kirche und ihrer Entweihung durch Muslime hat ein Vorbild: So wurde 79 Jahre (!) nach dem Tode Muhammads die von Kaiser Justinian auf dem Tempelberg gebaute Basilika Santa Maria – ein Affront gegen die Juden – von Muslimen nach der gewaltsamen Eroberung Jerusalems umgewandelt zur el-Aqsa Moschee , die allerdings erst in unseren Tagen aus politischen Gründen zur drittheiligsten Stätte des Islam (!) nach Mekka und Medina erklärt wurde (hierzu siehe „Mythos el-Aqsa Moschee“ bei www.schroeter.wordpress.com). und hier

 

Was wäre wohl geschehen, wenn Christen die Moschee in Medina ebenso geschändet hätten wie Muslime die Geburtskirche - wenn schon harmlose Karikaturen des „Propheten“ die muslimische Welt so in Aufruhr brachten?

 

Aber die Christenheit schwieg und sie schweigt auch weiterhin. So etwa auch im April 2000, als Papst Johannes Paul II. Bethlehem besuchte. Ausgerechnet er, der doch den Muslimen immer entgegen kam und in Damaskus sogar den Koran küsste , wurde bei seiner Messe vor der Geburtskirche durch Lautsprecher von der gegenüber liegenden Moschee massiv gestört , als der Muezzin ständig sein „Allahu akhbar! La ilaha-l-Lah!“ Allah ist größer! Es ist kein anderer Gott außer Allah. Allah ist der Größte! über den Platz dröhnen ließ. Dennoch sind immer noch führende Kirchenleute der Meinung, dass Christen und Muslime denselben Gott verehrten! Diese Denkweise wird auch nicht durch die Verfolgung und Unterdrückung von Christen bis hin zu ihrer Ermordung in islamischen Ländern erschüttert.

 

Arafat , der oberste aller Terroristen und doch Friedensnobelpreisträger, hatte das alles nicht nur gebilligt, sondern noch eines draufgesetzt: „Die Fahnen des Islam und der PLO werden über den Kirchen und Moscheen ´Palästinas´ wehen.“ Synagogen erwähnte er erst gar nicht, denn diese wurden unter islamischer Herrschaft bereits alle zerstört . Von Kirchenleitern kamen auch keine Proteste, als im Oktober 2000 das Grab Josephs in Sichem/Nablus und die Synagoge in Jericho von muslimischen Arabern zerstört wurden. Die israelische Armee hielt sich auch hier zurück.

 

Dieses Schweigen hält auch im Jahre 2010 an. Nun soll die Erinnerung der reichen jüdischen Vergangenheit im Irak – seit der Babylonischen Gefangenschaft (587 v. Chr. Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar) leben Juden im Irak - ausgelöscht werden. Das Grab Hesekiels in Al-Kifl, etwa 100km südlich von Bagdad, wurde bereits geschändet und soll mit einer Moschee überbaut werden. Auch die Gräber der Propheten Esra, Nehemia, Nahum, Jona und Daniel befinden sich im Irak. 1948 lebten noch 135.000 Juden als Dhimmis im Land, davon allein 77.00 in Bagdad. Nachdem der Zionismus am 19. Juli 1948 zum Kapitalverbrechen erklärt wurde, verließen die irakischen Juden ihre Heimat oder wurden vertrieben. Im Juli 2003 befanden sich noch 28 Juden in Bagdad, die inzwischen wohl ebenfalls das Land verlassen haben (idea-Spektrum vom 24.Januar 2010).

 

Die Kirchen schweigen auch darüber, dass die arabisch-christliche Bevölkerung in Bethlehem unter der Herrschaft der Muslime schwer leidet und von einst 80 Prozent auf nun etwa 15 Prozent dezimiert wurde. Das urjüdische Bethlehem – aus ihm kam nicht nur König David , es ist auch der Ort, an dem Jesus , der „ Sohn Davids “, zum Heil aller Menschen geboren wurde. Dieses Bethlehem wurde inzwischen eine Hochburg des islamisch-arabischen Terrors – darüber reden aber Younan, Nasser und Mitrib nicht. (Arafat starb übrigens an Aids! Quelle: der Hizbullah-Sender Al-Manar am 8.9.2007)

 

Eine weitere Meldung über die Auslöschung jüdischer Vergangenheit kommt aus Syrien und konnte bisher die Kirchenleitungen zu keiner Reaktion herausfordern. In den Bergdörfern Maalula und Dschubbadin nordwestlich von Damaskus wird von der christlichen Bevölkerung bis heute eine Spätform des Aramäischen, das auch die Muttersprache Jesu war, gesprochen und geschrieben. Wegen der Ähnlichkeit zum Hebräischen scheint auch Syrien „seine jüdisch-christliche Vergangenheit tilgen zu wollen, wie das verhasste Israel von der Landkarte“ (FAZ vom 23.2.2010).

 

Zurück zu den Äußerungen des früheren „palästinensischen“ lutherischen „Bischofs“ Nasser .

Seine Argumente sind auch unter Christen nicht ganz unbekannt. Wie oft ist zu hören, dass der „grausame Gott des AT“ nicht derselbe sei wie der liebende „Gott des NT“. Dabei hat doch der Herr Jesus sehr deutlich über sich und Seine Beziehung zu Seinem Vater im Himmel (=“Gott des AT“) gesprochen und hat Sein Wort (=Tora und Propheten = AT) ernst genommen, es bestätigt, danach gelebt und sich selbst mit diesem Wort identifiziert (Joh 1,1-3). Der Herr Jesus selbst ist das eine Wort des einen Gottes und Vaters im Himmel !

 

Folgende Bibelstellen sind erhellend und in Erinnerung zu rufen:

 

Mt 7,21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.

Mk 12,24 Irrt ihr nicht deshalb, weil ihr die Schrift (Tora u. Propheten) nicht kennt …

Mk 14,49 Die Schriften (Tora u. Propheten) müssen erfüllt werden.

Mk 24,27 Jesus legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift (!) von Ihm gesagt war.

Joh 5,39 Ihr sucht in der Schrift … sie ist´s, die von mir zeugt.

Joh 10,30 Ich und der Vater sind eins.

Joh 10,35 Die Schrift kann nicht aufgelöst werden.

Joh 14,6 Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch Mich. („ Ich bin “ – das ist der Name des HErrn, den Er Mose offenbarte, als Er ihn berief, Sein Volk aus Ägypten zu führen, Ex 3,14)

Joh 14,9 … Wer Mich sieht, der sieht den Vater!

Apg 17,11 Die Gemeinde in Beröa forschte täglich in der Schrift (Tora und Propheten!).

Röm 4,3 (Paulus) fragte: Was sagt die Schrift?

 

2. Tim 3,14-17 (Paulus schreibt an Timotheus): Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast (nämlich von dem Pharisäer und Schriftgelehrten Paulus, der zum Glauben an den Auferstandenen gekommen war und von Ihm zum Apostel berufen wurde) und dass du von Kind auf die heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.

Der Herr Jesus: „Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz (besser: von den „Weisungen“ der Tora), bis alles geschieht“ (Mt 5,17f).

 

Das „Alte Testament“ ist Verheißung und das „Neue Testament“ ihre Erfüllung. Beide Teile des einen Buches sind die Offenbarungen des einen und selben Gottes, unseres Vaters im Himmel – zunächst an Israel, Seinen „erstgeborenen Sohn“ (Ex 4,22), und später auch an alle anderen Völker, denn in IHM allein ist das Heil zu finden (Apg 4,12).

 

Israel wurde von Gott erwählt zum Licht und zum Heil für die Heiden (Jes 49,6): „Du bist mein Knecht, Israel, durch den Ich Mich verherrlichen will“ (Jes 49,3).

 

Maßgebend für das Verhältnis zwischen Israel und den Heiden/Nationen , die sich zum HErrn, dem Gott Israels, bekehren, ist, was der Apostel Paulus als Offenbarung des HErrn in Römer 9 bis 11 eindrücklich beschrieben hat. Da bleibt weder Platz für einen Götzen „Allah“ noch für eine vermeintlich dritte „abrahamitische Religion“ Islam!

 

In Röm 11,17-14 warnt der Apostel Paulus die Heidenchristen – also die Kirche(n). Er beschreibt das Verhältnis zwischen Israel (=edler Ölbaum) und Christen (=wilde Ölzweige) in einem Bild: Aus dem edlen Ölbaum sind Zweige ausgebrochen worden, d.h. Israeliten sind wegen ihres Ungehorsams gestrauchelt und schließlich gefallen. „Gott hat ihnen einen Geist der Betäubung gegeben, Augen, dass sie nicht sehen, und Ohren, dass sie nicht hören, bis auf den heutigen Tag (8). Warum aber hat der HErr das getan? Sind sie gestrauchelt, damit sie fallen? „Das sei ferne! Sondern durch ihren Fall ist den Heiden das Heil widerfahren , damit Israel ihnen nacheifern sollte (11). Wenn aber schon ihr Fall Reichtum für die Welt ist und ihr Schade Reichtum für die Heiden, wie viel mehr ihre Fülle ( nämlich Israels künftige geistliche Erneuerung – vgl. u.a. Jer 31,31ff; Sach 8) (12) … Denn wenn ihre Verwerfung (Jeshuas) die Versöhnung der Welt ist , was wird seine Annahme anderes sein als Leben aus den Toten ! (15) Wenn aber die Erstlingsgabe heilig ist, so ist es auch der Teig, und wenn die Wurzel heilig ist, so sind es auch die Zweige“(16). Israels „Fall“ und „Verlust“ oder „Schade“ sind also nur zeitweilig! Deshalb sollen sich die Gläubigen aus den Heidenvölkern nicht überheben: „Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und Anteil bekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums(17), so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich (18). Nun sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde (19). Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich (20)! Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, wird er dich doch wohl auch nicht verschonen (21). Darum sieh die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte Gottes aber dir gegenüber, sofern du bei seiner Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden (22). Jene aber, sofern sie nicht im Unglauben bleiben, werden eingepfropft werden; denn Gott kann sie wieder einpfropfen (23). Denn wenn du aus dem Ölbaum, der von Natur wild war, abgehauen und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wie viel mehr werden die natürlichen Zweige eingepfropft werden in ihren eigenen Ölbaum (24).

 

Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist (25); und so wird ganz Israel gerettet werden , wie geschrieben steht (Jes 59,20; Jer 32,33): ´ Aus Zion wird der Erlöser kommen und die Gottlosigkeit von Jakob abwenden (26), und das ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde´ (Jes 27,9+13) (27). Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen (28).

 

Denn Gottes Gnadengaben und Berufung sind unwiderruflich. (29)

 

Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams (30), so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen (31). Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme (32).

 

O welch eine Tiefe des Reichtums, beides der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege (33) !

 

Alle sonstigen Zusagen Gottes , die allein Israel gelten , bleiben davon unberührt ! Israel bleibt das erwählte Volk Gottes zum Heil für alle Mensche , die sich dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs zuwenden und Jeshua Mashiach, den Messias Jesus, als ihren Herrn und Heiland annehmen. Sie werden dem Volk Gottes hinzu getan und zu einem Teil von ihm. Das heißt, das eine Volk Gottes, Israel, wird mit dem anderen Volk Gottes aus den Nationen, den Christen, zu dem einen Volk Gottes verschmelzen.

 

Wenn Christen als die eingepfropften Zweige aus dem wilden Ölbaum zuließen, dass der edle Ölbaum und seine Wurzel (=Israel) vernichtet würden – was Gott allerdings nicht zuließe – dann würden sie sich selbst von ihrer Lebensader abschneiden und vertrocknen. Wurzel, Stamm und Zweige (Juden und Christen) bilden eine unauflösliche natürliche Einheit! Juden und Christen, gerettet und vereint im Glauben an Jeshua Maschiach, an Jesus den Messias, können gar nicht anders als in geschwisterlicher Liebe einander anzunehmen und zusammenzustehen – gerade auch jetzt in schwierigster Zeit, die ihrem Ende zugeht.

 

Zurück zur Rede Younans : Er vertritt ebenso wie sein lutherischer Vorgänger Nasser die „ Palästinensische Theologie “. Nasser sagte: „Die Zusagen des AT über das erwählte Volk sind nach der Babylonischen Gefangenschaft in Erfüllung gegangen“ (a.a.O. S.194). Demnach wäre auch das Eigentumsrecht Gottes an Erez Israel , das viele Male im AT hervorgehoben ist, hinfällig . Ebenso hinfällig wäre damit das Besitzrecht an dem kleinen Land, das Gott Seinem Volk für immer zugesichert hat (u.a. Gen 13,15). Alle arabischen

Länder zusammen haben übrigens eine größere Fläche als die Europas!

 

Deutlich wird die „Palästinensische Theologie“ auch von einem anderen Araber, dem katholischen Priester und Theologieprofessor sowie Islam-Kenner Adel Theodor Khoury auf den Punkt gebracht: „ Jeder Gläubige, der durch seine Theologie das religiöse Recht Israels in Palästina zu rechtfertigen versucht, ist ein Ungläubiger, der Gott und Jesus Christus verleugnet “ (a.a.O. S.194).

 

Die Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit sieht Younan allein für sein „palästinensisches Volk“. Er betrachtet Israels (Überlebens) Kampf gegen den islamischen Vernichtungswillen als „ rassistisch “ – so wie ja auch der Zionismus von Muslimen und Linken als Rassismus bezeichnet wird. Wie selbstverständlich, aber völlig abwegig in der Sache, bemüht er den Kampf gegen das Apartheidsystem in Südafrika als Vergleich. Der arabisch-islamische Kampf gegen Israel hat dagegen das Ziel , Israel zu vernichten . PLO-Charta und die Charta der HAMAS belegen diese Zielsetzung eindeutig. Gemäß Art. 13 der PLO-Charta ist deshalb auch kein weiterer arabischer Staat mit einer Hauptstadt Jerusalem geplant, sondern die Vereinigung „Palästinas“ (=Israel) mit der „arabischen Nation“!

 

Dass der Kampf der Muslime sich letztlich auch gegen die christlichen Araber wendet, verschweigt Younan, obwohl er doch genau weiß, dass die Situation der verbliebenen arabischen Christen gerade auch in Bethlehem seit Übernahme der „PA-Behörde“ unerträglich geworden ist. Nicht die israelischen „Besatzer“ bewirkten eine starke Abwanderung nach Israel (!) und in die USA, sondern der brutale PLO-Terror in der „PA“ gegen die christliche Bevölkerung.

 

Interessant ist, dass Younan von einer Revision von Schulbüchern spricht, die viel Hass säten. Leider erwähnte er nicht, dass es sich hier ausschließlich um arabische Schulbücher handelt, die von Steuergeldern aus der EU finanziert werden. Über die Inhalte berichtete unter anderem DIE WELT vom 31.8.2001. Hasserfüllte Passagen gegen die Juden sowie die völlige Ignoranz eines jüdischen Staates, auch auf Landkarten, findet sich nicht nur in den „palästinensischen“ Schulbüchern, sondern dies ist Teil des ganz allgemeinen Antisemitismus in der gesamten arabisch-islamischen Welt , die im Koran begründet ist. Hier ist anzumerken, dass auch die Deutsche Bibelgesellschaft Karten des heiligen Landes zur Zeit Jesu nicht etwa mit „Israel“ oder als „Römische Provinz Judäa-Syriae“ bezeichnet, sondern als „ Palästina “, obwohl diese Bezeichnung nur ein geographischer Begriff ist, der sowohl das westliche wie auch das östliche Jordanland einschließt.

 

Immer wieder werden in diesen Schulbüchern den Juden vermeintlich schlechte Eigenschaften angedichtet. Juden müssten auch als „Ungläubige“ (ebenso wie die Christen) gemäß Koran blutig bekämpft werden. Israel wird als „Kolonialmacht“ verunglimpft, und schlimmste Karikaturen erinnern an die des „Stürmers“ im III. Reich. Wen kann es da noch wundern, wenn H.s „Mein Kampf“ vor allem in arabischen Ländern nach wie vor ein Bestseller ist? Nicht einmal der angesehene und im Westen als „liberal“ bezeichnete Scheich und Rektor der Al-Azhar-Universität in Kairo (hier hielt der amerikanische Präsident am 4. Juni 2009 seine Rede an die islamische Welt), Muhammad Sayyid Tantawi , der im sunnitischen Islam als höchste Autorität gilt, scheut sich, seinen Antisemitismus öffentlich zu bekunden. Seine Doktorarbeit (!) hat das Thema „Die Söhne Israels nach dem Koran und den Sprüchen Muhammads“ zum Inhalt. Was er mit diesem Werk bezwecken will, erklärt er im Vorwort: „Mit dieser Arbeit möchte ich vor allem unserer muslimischen Jugend die Geschichte der Juden, ihre verdorbene Moral, ihre Lügen und Verbrechen zeigen“ (Muhammad S. Tantawi: Banu Israil fi al-Qur´an wa al-Hadith, Kairo 1987, S. 12 – zitiert in Moussa Afschar „Die letzte Schlacht des Islam um Jerusalem“, Blaich-Verlag 2002). Tantawi starb 81jährig am 10.März 2010 bei einem Besuch Saudi-Arabiens.

 

Bleibt die Frage, ob der lutherische „Palästinenser“ Younan seine muslimischen Landsleute zur Mäßigung ermahnen wird, oder ob er nicht aus Furcht um sein Leben und die Existenz seiner kleinen Gemeinden dann ebenso bangen muss wie die wenigen Journalisten, die wahrheitsgemäß über die chaotischen Zustände in „Palästina“ berichten.

 

Schließlich stellt sich auch die Frage, wo der Platz der Kirchen im Nahostkonflikt sein sollte. Der Psalmist und Levit Asaf nennt in Psalm 83 die eigentliche Ursache des Kampfes gegen Israel : Dieser Kampf der (Nachbar)Völker gegen Israel ist vor allem ein Kampf gegen den Gott Israels, der auch unser Gott ist : „Lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel (=“Gotteskämpfer“) nicht mehr gedacht werde … Wir wollen das Land Gottes (!) einnehmen …!“

 

Von daher und im Blick auf Römer 9-11 kann es keinen Zweifel geben, auf welcher Seite Christen stehen! Ob die Kirchen(Führer) das auch erkennen? Schon viele Male haben die Kirchen versagt – besonders schlimm auch in unserer jüngsten Vergangenheit! Oder sind die bitteren zwölf Jahre des „1000jährigen Reiches“ schon wieder vergessen - ebenso wie auch die Diktatur der „DDR“ nur noch verschwommene Erinnerung zu sein scheint?

 

Werden wir uns einmal im letzten Gericht schämen müssen, wenn der HErr feststellen wird: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan (Mt 25,40). Es ist sehr bewegend, dass die Kirchengemeinde der Marktkirche St. Andreas in Eisleben – hier wurde Luther geboren und hier starb er - dieses Wort Jesu auf einer Tafel am Eingang der Kirche anbrachte. Hier predigte Luther nämlich zum letzten Mal und wetterte gegen die Juden – wenige Tage später starb er im gegenüber liegenden Gasthaus.

 

Antisemitismus ist für den früheren Erzbischof von Paris Kardinal Jean-Marie Lustiger Gotteslästerung !

 

Das kleine Land Israel („Gottesstreiter“ oder „streitet für Gott“), Judäa mit Jerusalem, Samaria und Galiläa mit dem Golan, etwa so groß wie Hessen, bewegt die Weltgeschichte . Es ist Gottes Eigentum (Lev 25,23 u.a.) und Seinem Volk zum ewigen Besitz gegeben (Gen 13,15 u.a.), seine Grenzen sind festgelegt (Num 34,1ff) und Seinem Volk allein ist ewiger Bestand zugesagt (Jer 31,35-37). Israel ist auch eine große Hoffnung und Zukunft verheißen (Jer 31, 31-34 u.a.) – wie auch allen, die sich dem Herrn zuwenden: „ So werden viele Völker, Heiden in Scharen kommen, den HERRN ZEBAOTH in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen. So spricht der HERR ZEBAOTH: Zu der Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Heiden e i n e n jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir hören, dass Gott mit euch ist“ (Sach 8,22f). Das gilt auch für Muslime, die sich Jesus Christus zuwenden! Christen wissen, auf welcher Seite sie stehen. Ob es aber auch die Kirchen endlich begreifen, wo ihr Platz ist?

 

H. Nowitzky (3/2010)

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